DFG Nord Region Nordheide
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Institut für Finnougristik

 

 

Finnisch ist so schwierig...Wozu braucht man Finnisch überhaupt? Sie sprechen eh alle Englisch da...lieber eine Sprache lernen die nützlich ist...usw.

 

Kommt Euch das bekannt vor? Ich persönlich kenne vier Personen die Finnisch als Erwachsenen gelernt haben und die es fließend sprechen. Zwei leben in Finnland, der Dritte lebte mehrere Jahre da und ist mit einer Finnin verheiratet und der Vierte ist ein Amerikaner der insgesamt um die neun Sprachen spricht (inklusiv Estnisch und Russisch) - den benutzen wir jetzt aber nicht als Maßstab...

 

Also - Finnisch ist sicherlich nicht die einfachste aller Sprachen.* Aber zu viel Einfaches ist ja auch auf Dauer langweilig, oder?

 

Letzten Freitag fuhr ich zum Institut für Finnougristik um mit Dr. Paula Jääsalmi-Krüger über ihr Fachgebiet zu reden. In Deutschland gibt es drei Universitäten die Finnougristik anbieten: Hamburg, München und Göttingen. Nur zwei Unis (Greifswald und Köln) bieten Fennistik als Fach an. Skandinavistik wurde auch mal in Hamburg angeboten aber vor mehrere Jahren eingestellt.

 

In Hamburg studieren derzeit circa 60 Studenten Finnougristik und im Finnisch I Kurs gibt es sogar 30 Teilnehmer! Viele davon studieren allerdings etwas anderes und lernen Finnisch als Nebenfach oder im Optional- bzw. im freien Wahlbereich. Zusätzlich zum Sprachangebot gibt es zahlreiche andere Kurse. Zum Beispiel: Einführung in die Ostseefennistik, Die Roma in Finnland, Einführung in die Samojedistik oder Saamische Mythologie. Weitere Sprachen in diesem Semester sind Ungarisch und Selkupisch! Wenn man durch den Kursangebot durchliest, bekommt man durchaus Lust, den einen oder anderen Kurs zu besuchen, auch wenn man nicht an der Uni eingeschrieben ist!

 

Dr. Jääsalmi-Krüger ist die einzige Lektorin für Finnisch. Unterstützt wird sie dieses Jahr von Elisa Repo, eine CIMO Hochschulpraktikantin die Journalismus und Massenmedien unterrichtet. Gastlektoren kommen oft aus anderen Ländern für eine bestimmte Zeit und bieten unterschiedliche Kurse an.

 

Dr. Jääsalmi-Krüger selber kam erst als Au Pair Mädchen nach Hamburg und offensichtlich gefiel ihr es so gut hier (sie hat einen Deutschen geheiratet), dass sie hier studierte und seit 1992 an der Universität unterrichtet. Sie hat u.a. Estnisch und Ungarisch studiert, spricht aber auch Chantisch, eine Sprache aus dem Nordwesten Sibiriens die nur noch von weniger als 25.000 Menschen gesprochen wird. (Finnisch ist tatsächlich eine Weltsprache dagegen!) Am liebsten unterrichtet sie Kulturgeschichte, Volkskultur und die Finnische Sprache. Da sie mehrmals im Jahr nach Finnland reist, gibt es nicht allzu viel was sie wirklich vermisst hier. Manchmal eine gewisse Ungezwungenheit der Finnen. Und Winter. Aber richtig, mit Schnee und Eis und diese dämmrige blaue Stunden die im Norden so eigen sind.

 

Da sie auch an Universitäten in St. Petersburg, Estland, Ungarn und Wien unterrichtet hat, wollte ich wissen ob es Unterschiede zwischen den Studenten oder Lektoren aus verschiedenen Ländern gibt. Sie erzählte, am einfachsten war es, die Studenten in St. Petersburg zu unterrichten, vor allem weil sie so hoch motiviert waren. Das ganze System da ist anders und während man hier vier Stunden Sprachunterricht in der Woche hat, hat man da um die sechzehn! Das macht schon einen gewaltigen Unterschied.

 

Studierende im Institut für Finnougristik haben jedes Jahr die Möglichkeit an Projekten mit Finnischen Studenten in Helsinki, Oulu oder Jyväskylä zu arbeiten. In Hamburg arbeitet das Institut auch zusammen mit der Finnischen Seemannskirche und der DFG (Deutsch-Finnische Gesellschaft) und mit dem Finnland Institut in Berlin und Studierende sind hier überall herzlich willkommen.

 

Fast alle Studenten gehen im Laufe des Studiums für eine Zeit nach Finnland, viele für ein ganzes Jahr. Mit der University of Jyväskylä gibt es ein Austauschprogramm. Interessierte Studenten (jetzige oder zukünftige) können sich über Erasmus, DAAD und CIMO auch allgemein über Stipendien und Austauschmöglichkeiten informieren.

 

Finnland ist Gastland auf der Frankfurter Buchmesse in 2014 und so wollte ich wissen ob Dr. Jääsalmi-Krüger irgendwelche Lieblingsbücher hat - Bücher die sie außerhalb ihrer Pflichtlektüre für die Kurse liest. Die Krimis von Jan Costin Wagner und die Romane von Kjell Westö mag sie immer. Zwei weitere Romane die ihr gefielen waren Välimatka von Taina Latvala, vor allem wegen des Dialekts, und Die Hellen Tage von Zsuzsa Bánk, eine Deutsche Schriftstellerin mit Ungarischen Eltern.

 

Das Institut hat eine umfangreiche Bibliothek mit circa 5000 Bänden von über 400 Autoren alleine in der Ostseefennistik Abteilung. (Insgesamt beträgt der Bibliotheksbestand ca. 40.000 Bände!) Zusätzlich zu den wissenschaftlichen Werken und Klassiker gibt es auch zahlreiche Neuerscheinungen von populären Autoren wie z.B. Leena Lehtolainen und Johanna Sinisalo. Jeder kann hier Bücher ausleihen, man muss nur eine Bibliothekskarte von der Universität beantragen.

 

Ich denke, es wäre interessant zu hören was die jetzigen Studierenden im Institut zu erzählen haben.

Warum lernen Sie Finnisch? Und was planen Sie damit für die Zukunft?

 

Kurze Nachrichten kann man im Gästebuch schreiben (max. 160
Zeichen) und längere per E-Mail (LiisaW@live.de) - die kann ich dann zum Artikel addieren.

 

Kiitos!

 

* Vor ein paar Jahren als mein Mann auf einem Motorrad Tour war und durch Kroatien fuhr, bekam ich diese sms: Finnisch ist doch nicht die schwierigste Sprache der Welt!

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